Führt Weg zum Erfolg über die Weinstraße?

Sieben Gemeinden gründen Touristen-Route «Mansfelder Seen»

VON Michael Tempel, 21.11.02

  

 

  Weinprinzessin von Höhnstedt
Franziska Krüger ist die Weinprinzessin von Höhnstedt. Wenn die Idee mit der Weinstraße aufgeht, wird sie oder werden ihre Nachfolgerinnen künftig mehr Gäste an den "Mansfelder Seen" begrüßen. MZ-Foto: Günter Bauer 

 

Höhnstedt/MZ.  Die Winzer im Saalkreis und im Mansfelder Land wollen aus dem Schatten ihrer Kollegen in Freyburg, Naumburg oder Bad Kösen treten. Und auch die Gemeinden vor den Toren von Halle und Eisleben, in denen Wein angebaut wird, wollen mehr für ihr Image und die Touristen tun. Deshalb haben am Donnerstag die Gemeinden Höhnstedt, Zappendorf, Langenbogen (alle Saalkreis) sowie Seeburg / Rollsdorf, Aseleben, Lüttchendorf / Wormsleben und Unterrißdorf im Mansfelder Land die Weinstraße "Mansfelder Seen" proklamiert.  

"In Industrie und Handwerk sind kaum weitere Ansiedlungen zu erwarten, die für Arbeitsplätze sorgen. Also müssen wir mehr mit unseren Pfunden wuchern", sagte Uwe Ringleb. Der parteilose Bürgermeister von Höhnstedt hatte am Donnerstag in das Touristikzentrum seines Ortes geladen, wo die neue Weinstraße proklamiert wurde. Höhnstedt hat in der Runde der Sieben die Federführung.

Laut Ringleb soll die Weinstraße bis spätestens 31. Mai 2003 - der Termin für die offizielle Eröffnung - ausgeschildert sein. So soll unter anderem auf Weingüter und -berge hingewiesen werden, deren Betreiber Besuchern verschiedene Attraktionen bieten. Zu nennen wären die so genannte Straußenwirtschaft (Verkauf von Wein und Speisen) und kulturelle Veranstaltungen. Zudem sollen Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Denkmäler, das Schloss in Seeburg oder die Zappendorfer Wassermühle Highlights entlang der 13,4 Kilometer langen Route sein. Zwei Mitarbeiter des Touristikzentrums in Höhnstedt werden Ringleb zufolge Übernachtungsmöglichkeiten erfassen und vermitteln. 

"In Sachen Wegebau muss natürlich auch noch etwas getan werden", sagte Ringleb. Wegen finanzieller Engpässe könne dies aber nur nach und nach erfolgen. 

Apropos Finanzen. Die Weinstraßen-Gemeinden planen zunächst nur für 2003. Dann soll sowohl die Eröffnung der Weinstraße als auch die 1 030 Jahre alte Weinbautradition an Süßem See und Salza gefeiert werden. Für die Eröffnung des Festjahres am 3. Mai in Höhnstedt sowie die Abschlussveranstaltung am 25. Oktober im Kloster Helfta hat der Höhnstedter Gemeinderat 15 000 Euro bewilligt. Für die übrigen Veranstaltungen sind die jeweiligen Gemeinden beziehungsweise Weinbauern verantwortlich. Was nach 2003 passiert, ist aus finanzieller Sicht offen. 

Daran könnte der Weinbauverband Saale-Unstrut etwas ändern, dem auch Winzer zwischen Zappendorf und Unterrißdorf angehören. "Wir können helfen, verschiedenen Fördertöpfe anzuzapfen", so Verbandspräsident Siegfried Boy. Auf Fördermöglichkeiten in ihren Häusern verwiesen zudem Vertreter der Landratsämter. 

Aus Sicht der beteiligten Winzer war es höchste Zeit, die Weinstraße ins Leben zu rufen. "Nur, wenn auf breiter Front etwas getan wird, locken wir mehr Besucher an und wird unser Wein bekannter", sagte Günter Born vom gleichnamigen Höhnstedter Weingut. René Schwalbe vom Weingut Rollsdorfer Mühle pflichtete ihm bei. Born: "Bisher haben doch selbst die Hallenser beim Stichwort Wein nur an Freyburg gedacht." Diese Zeiten sollen vorbei sein.