Mitteldeutsche Zeitung 24.06.2003

Weinstraße Mansfelder Seen
 
Schaufelraddampfer steht auf dem Trockenen
Süßer See lockt Wassersportler - Weinproben in der Rollsdorfer Mühle

Gern lassen sich Gäste im Rollsdorfer Weinkeller verwöhnen. Zu den edlen Tropfen wird auch Käse und Schinken gereicht. (MZ-Foto: Jürgen Lukaschek

Seeburg/MZ.  Es muss nicht immer die Mecklenburgische Seenplatte sein. Surfer und Segler finden für Wassersportfreuden auch am Süßen See ideale Bedingungen. Wer nicht ganz so versiert ist, für den gibt es eine Alternative. So können Ausflügler Tretboote am Südufer ausleihen.

Auf der gegenüberliegenden Uferseite steht der Schaufelraddampfer "Seeperle". Das Schiff, das 1892 gebaut wurde, dreht heute keine Runden mehr auf dem See. Schon vor Jahren hat es seinen Ankerplatz auf dem Festland gefunden und wurde zu einer Gaststätte umgebaut.

Hoch über allem thront das Schloss Seeburg - das Wahrzeichen der 665-Einwohner-Gemeinde. Die wechselvolle Geschichte des alten Gemäuers reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Bürgermeister Jürgen Meinecke (SPD) und die Gründer der Weinstraße verbinden mit dem Schloss eine Vision. Sie wollen zu Weinverkostungen in historischer Kulisse einladen. Ländliche Produkte wie Obst und Wein sollen auf dem Gelände in einem kleinen Bauernladen angeboten werden.

Die edlen Tropfen reifen zum Teil in einem alten Gewölbekeller im Ortsteil Rollsdorf heran. Eigentümer René Schwalbe vom Weingut Rollsdorfer Mühle empfängt am Binder See Gäste und führt sie durch die Weinberge.

In und rund um Seeburg können Besucher auch an anderen Stellen auf Entdeckungsreise gehen. Zum Beispiel am Nordhang entlang des Süßen Sees, wo sich eine Galgensäule befindet. Sie ist Zeugnis mittelalterlicher Gerichtsbarkeit und wurde 1720 nach ihrem hölzernen Vorgänger aus Stein errichtet. Der Galgen diente in erster Linie zur Abschreckung. Den Überlieferungen zufolge soll dort niemand hingerichtet worden sein.

Einen kuriosen Beinamen trägt die Kirche St. Nicolaus. Als Fleckenkirche ist sie in aller Munde und verdankt ihre Bezeichnung entweder dem Flecken Erde, auf dem sie um 1180 erbaut wurde oder dem Marktflecken, der sich im Laufe der Zeit um sie herum entwickelt hat.

Weitaus später erbaut wurde das Gotteshaus mit dem Namen St. Petri im Seeburger Ortsteil Rollsdorf - nämlich nach seinem Abbruch 1903. Ursprünglich stammt die evangelische Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeit: Schloss Seeburg (Besichtigung unter Telefon 034774 / 9 04 00); Gaststätte: Schaufelraddampfer Seeperle (Telefon: 034774 / 2 82 14)